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So finden Sie den richtigen Wanderschuh

Egal ob Sie gehen, steigen oder klettern: Für jedes Gelände gibt es das passende Modell. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
von Barbara Kandler-Schmitt, 03.06.2016

"Das Wandern ist des Müllers Lust": Doch mit falschem Schuh vergeht die Freude

plainpicture GmbH & Co KG/Uwe Umstätter

Wenn sie nicht wie angegossen sitzen, wird das Laufen schnell zur Qual. Deshalb gilt: "Wer Wanderschuhe kaufen will, sollte viel Zeit mitbringen", betont Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein. "Das erledigt man nicht noch schnell kurz vor Ladenschluss." Zudem ist das Angebot mittlerweile riesig: Leichte Multifunktionsschuhe konkurrieren mit Wanderschuhen in verschiedenen Gewichtsklassen, stabilen Trekkingstiefeln für Mehrtagestouren und steigeisenfesten Bergstiefeln. Und alle in verschiedenen Ausführungen, Materialien und Preisklassen – vom leichtem Meshgewebe bis zum schweren Leder.

Der Schweregrad der Wanderung entscheidet über den Schuh

Da man hier schnell den Überblick verliert, rät Bucher, sich im Fachgeschäft beraten zu lassen: "Schließlich entscheidet sich am Schuh, ob man Spaß am Wandern hat oder nicht." Aus Sicht des Experten vom Alpenverein lautet die wichtigste Frage: Wo soll es hingehen? Für leichtere Wanderungen auf gut befestigten Wegen genüge in der Regel ein knöchelfreier Multifunktionsschuh.

Längere Touren auf anspruchsvolleren Bergwegen erfordern dagegen stabilere Schuhe mit gutem Profil, die über den Knöchel reichen. Das gilt auch für das Bergsteigen in weglosem Gelände und für Klettersteige. Für Gletschertouren sollten die Schuhe steigeisenfest und wasserdicht sein.

Faustregel: Je schwieriger das Gelände, je länger die Tour und je schwerer der Rucksack, desto stabiler müssen die Schuhe sein. Allerdings bedeutet stabiler immer auch schwerer. "Mit leichteren Schuhen ist man flotter unterwegs", weiß Bucher. "Und erfahrene Bergwanderer kommen auch bei schwierigeren Touren mit knöchelfreien Schuhen aus." Neben der Trittsicherheit sei jedoch wichtig, welche Schuhe man gewohnt ist.

Zu jedem Fuß passen andere Schuhe

Wanderschuhe sollten aber nicht nur zum Gelände passen, sondern auch zum Fuß: "Sie müssen den Fuß so gut umschließen, dass er nicht hin und her rutschen kann", erklärt Thomas Bucher. "Die Zehen sollten allerdings ausreichend Platz haben." Der Experte rät, vor dem Kauf eine Weile in den Schuhen umherzulaufen – mit richtigen Wandersocken und am besten nachmittags. Im Laufe des Tages schwellen die Füße nämlich an, wie sie das auch beim Wandern tun. "Wenn die Schuhe nach einer halben Stunde noch nirgends drücken, kann man sie guten Gewissens kaufen."

Auch der Augsburger Orthopäde Dr. Manfred Thomas, Vizepräsident der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk, empfiehlt, in den Kauf Zeit und Geld zu investieren: "Mit dem richtigen Schuh vermeiden Sie Verletzungen und verringern die Belastung auf die Füße stark."

Ein häufiges Problem beim Wandern ist das Umknicken, wobei sich viele das Sprunggelenk verstauchen. "Schuld sind meistens Schuhe, die den Fuß zu wenig stabilisieren und nicht weit genug über den Knöchel gehen", erklärt Thomas. Wenn der Schuh zu locker sitzt, entstehen zudem unangenehme Blasen durch ständiges Scheuern. Außerdem rutscht der Fuß beim Bergabgehen nach vorne, sodass die Zehen gequetscht werden.

Anhaltende Schmerzen

Bei zu engen Schuhen geraten Zehen und Mittelfußknochen unter Druck. Schlimmstenfalls schmerzen die Füße noch lange nach der Wanderung – etwa wenn die zwischen den Mittelfußknochen verlaufenden Nervenstränge gereizt sind. "Wer das nicht auskuriert, bekommt dauerhafte Probleme", warnt Experte Thomas. Als Folge chronischer Druckschädigungen können sich die Mittelfußnerven verdicken, was extrem schmerzhaft ist.

Rutscht der Fuß dagegen beim Bergaufgehen nach hinten, drohen Schwierigkeiten mit der Achillessehne und den mit ihr verbundenen Strukturen: Reizungen der Knochenhaut oder der bindegewebigen Plantarfaszie an der Fußsohle können monatelange Fersenschmerzen verursachen. Und chronische Entzündungen begünstigen den Fersensporn, einen knöchernen Auswuchs am Fersenbein.

Einlagen federn ab

Wer ohnehin schon Fußprobleme hat, etwa durch Arthrose, der sollte beim Wandern orthopädische Einlagen tragen. "Je stärker die Sohle ausgesteift und mit einer Abrollhilfe versehen ist, desto leichter rollt der Schuh von selbst ab. Das entlastet die Gelenke und den Fußballen", weiß Orthopäde Manfred Thomas. Ebenfalls in die Sohle eingebaute Dämpfungssysteme federn zudem Stöße ab.

Wie Thomas betont, sollten die Schuhe nicht zu schwer sein. "Die Materialien sind in den letzten Jahren viel leichter geworden, sodass auch stabile Schuhe angenehmer zu tragen sind."

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Bildnachweis: W&B/Michelle Günther, plainpicture GmbH & Co KG/Uwe Umstätter

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